August Wilhelm Iffland
Kurzbiographie
- 1759 Geburt in Hannover am 19. April als Sohn eines Kanzleiregistrators. Soll nach den Plänen seines Vaters eigentlich Theologie studieren.
- 1777 Nach einem heftigen Streit mit seinem Vater heimliche Flucht ans Hoftheater in Gotha.
- 1779 Auflösung des Gothaer Theaters. Berufung ans Nationaltheater in Mannheim.
- 1782 Schauspielerischer Triumph als Franz Moor in der Uraufführung von Schillers "Die Räuber".
- 1785 "Die Jäger. Ein ländliches Sittengemälde." Ifflands erfolgreichstes Stück.
- 1789 "Figaro in Deutschland" Enthält Adelskritik, der jedoch, wie immer bei Iffland, durch Harmonisierungen die Schärfe genommen ist.
- 1796 Revolutionskrieg in Mannheim, Iffland geht nach Berlin und wird Direktor am Nationaltheater.
- 1798 "Meine theatralische Laufbahn" Als Autobiographie getarnte Verteidigungsschrift seines Weggangs aus Mannheim.
- 1811 Generaldirektor der königlichen Theater zu Berlin.
- 1814 Tod in Berlin am 22. September. Ehrengrab: Evangelischer Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde.
Der Komet
Hier gibt es Ifflands Posse "Der Komet" von 1799 in meiner neu durchgesehenen zweiten Fassung vom September 2001. Der Text folgt der Ausgabe "A. W. Ifflands theatralische Werke in einer Auswahl" von 1858.
Zum Inhalt
Krappe, ein windiger Chirurgus, behauptet, dass der Weltuntergang durch einen Kometen-Zusammenstoß mit der Erde kurz bevorstehe. Der einfältige Buchbinder Balder glaubt ihm alles, teilt sein Geld genauso ein, dass er am Tag der Katastrophe nichts mehr hat und verspricht ihm seine Tochter Justine zur Frau.
Als Justines anderer Verehrer, der reiche Advokat Grünstein, einen Beweis für die Theorie Krappes fordert, versucht dieser sich mit haarsträubenden Exempeln rauszureden und der Schwindel fliegt auf.
Also beginnt mitten in der Nacht die gesamte Familie Balder zu arbeiten, um den drohenden Verkauf des Hauses abzuwenden. Justine darf nun Grünstein heiraten, wodurch die Zukunft der Familie gesichert ist.
Zur Motivation
In Arno Schmidts Roman "Kaff auch Mare Crisium" von 1960 wird "Der Komet" von Schulkindern in einer Dorfkneipe aufgeführt. Er dient als literarhistorischer Exkurs, der die sich durchziehenden Weltuntergangs- und Überlebensphantasien anreichert.
Da der Text in keiner aktuellen Ausgabe greifbar war habe ich ihn mir antiquarisch besorgt und hier zur Verfügung gestellt. Er dürfte also vor allem für Schmidt-Leser interessant sein.
Download
Zum Anzeigen benötigen Sie Adobe Reader.
Download: komet.pdf (147 KB)